DRK Bergwacht Lenninger Tal
bis 1959
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DRK Bergwacht Lenninger Tal

1920 - 1959

Wie vielen bekannt, wurde die Bergwacht im Jahre 1920 in München gegründet, mit dem Ziel, die Natur zu schützen und in Bergnot geratenen Bergsteigern zu helfen. Die Zunahme der Wander- und Kletterbewegung und des Skilaufens auch in den Mittelgebirgen veranlasste unsere Gründungsväter im Jahre 1937 auch hier in Württemberg eine Bergwacht zu gründen. Bereits im Jahr 1939 gab es in Stuttgart, Göppingen, Schwäbisch Gmünd, Heidenheim, Freudenstadt und Baiersbronn gut funktionierende Ortsgruppen. Jedoch der 2. Weltkrieg unterbrach unter anderem auch das idealistische Tun und Wirken der Bergwächtler. Das  Vermögen und die brauchbaren Gegenstände wurden beschlagnahmt. Dazu kam noch, dass viele der Kameraden nicht mehr aus dem Krieg heimkehrten. Selbst nach dem Krieg wurde ein Wiederbeginn durch die Alliierten und neuen Behörden erschwert. Nach der Rückkehr vom Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft trafen sich 1946 die ersten Bergwachtmitglieder in Stuttgart und Schwäbisch Gmünd um über die Zukunft der Bergwacht zu beraten.

 

1949 wurde die Bergwacht – Abteilung Württemberg wieder gegründet mit den Ortsgruppen Stuttgart, Esslingen, Schwäbisch Gmünd und Göppingen und am 14. Januar 1950 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Stuttgart eingetragen.
Schon damals gab es den ersten „Lenninger“ Bergwächtler. Der Kirchheimer August Keller trat 1949 in die Bereitschaft Esslingen ein und wurde nach Gründung unserer Bereitschaft, Aktiver bei uns.
Das Ende der 50-er Jahre war geprägt von Gründungen neuer Ortsgruppen (spätere Bezeichnung Bereitschaften) wie z.B. Heidenheim, Geislingen und Pfullingen. Eine für die Bergwacht wichtige Veränderung war 1954 der Zusammenschluss mit dem DRK-Landesverband Baden–Württemberg. Laut DRK-Landesverbandsatzung §24 sind in der Bergwacht die für den Dienst in den Bergen bereiten und ausgebildeten Mitglieder des DRK zu einer besonderen Gemeinschaft zusammengeschlossen. Die Gemeinschaft führt die Bezeichnung  „Deutsches Rotes Kreuz – Bergwacht Württemberg“. Ihr Abzeichen ist das Rote Kreuz im Edelweiß mit der Umschrift Bergwacht. (Früher grünes Kreuz). 1954 wurde im Donautal die Bereitschaft Sigmaringen gegründet und in den folgenden Jahren die Bereitschaften  Ravensburg, Isny, Oberes Donautal.

 

1958 unsere Bereitschaft „NÜRTINGEN“.
Schon im Jahr 1956 trat Frieder Bauer der Bergwacht Bereitschaft Esslingen bei. Um ihn  formierte sich Anfang 1957 eine Gruppe Gleichgesinnter, die sich zum Ziel gesetzt hatten, aktive Mitglieder der Bergwacht Württemberg zu werden. Einige Mitglieder legten schon innerhalb eines kurzen Zeitraumes ihre ersten Naturschutz- und Rettungsdienstprüfungen ab. Die stattliche Anzahl von 17 Aktiven aus dem heutigen Lenninger Raum gab den Anlass, hier in Oberlenningen eine neue Bergwacht Bereitschaft zu gründen. Bei der Gründungsversammlung am 22.April 1958 trugen sich 23 Aktive und 35 Fördermitglieder in die Gründungsliste ein. Durch die Anbindung an den DRK- Kreisverein Nürtingen–Kirchheim war die damalige Bezeichnung: Bergwacht Bereitschaft „ Nürtingen“, Sitz Oberlenningen.

Die ersten Jahre waren geprägt von Ausbildung, Orientierung, der Findung und Erfüllung erster Aufgaben, der Absteckung des Dienstgebietes und der Suche nach einer Unterkunft, vielleicht auch einer beständigen „Heimat“. Durch kontinuierliche Fort- und Ausbildung und Freude im Dienst am Nächsten tätig zu sein, zeigte sich im Jahr 1959 schon der erste Erfolg. Anlässlich des Solferino –Jahres fand ein Leistungswettbewerb aller Bergwachtbereitschaften aus Württemberg statt, dabei konnte unsere junge Bereitschaft den 1. Platz belegen. Die „junge“ Bereitschaft, ohne großes Startkapital, musste sich umgehend bemühen, die erforderlichen Rettungsgeräte und Ausrüstungsgegenstände zu besorgen. Unzählige Bettelbriefe an Firmen und jährlich durchgeführte und erfolgreiche Herbstfeste ermöglichten der Bereitschaft, sich finanziell über Wasser zu halten.

 
1959 wurden bei der Firma Glasflügel in Schlattstall Akjas aus Glasfaser im Eigenbau hergestellt. Hierzu eine Anekdote von Rolf Groh: Anfang der 60-er Jahre, im Knabenalter, sind die Schlattstaller Buben mit den Akjaformen bei Hochwasser in den Wiesen oder im Kanal, Boot gefahren.
Die wöchentlichen Ausbildungsabende wurden im Musikzimmer der Turn- und Festhalle hier in Oberlenningen abgehalten. Ausbildungsausfahrten in‘s Gebirge förderten nicht nur die Kameradschaft, sondern auch die bergsteigerische und skitechnische Erfahrung. Da die damals noch unerschlossenen Wintersportgebiete um den Römerstein bergwachtmäßig nicht betreut waren, wurde dies eine der Hauptaufgaben der jungen Bereitschaft. Die Skihänge Rollberg, zwischen Donnstetten und Westerheim, später nach Liftbau in Donnstetten das Hohloch und Salzwinkel wurden als Winter- Einsatzgebiet übernommen. Bis Dato ist unser Dienstgebiet das Lenninger Tal, die Berghalbinsel Erkenbrechtsweiler-Neuffen, Weilheimer Tal und das Gebiet der Gemeinde Römerstein. Darüber hinaus übernimmt unsere Bereitschaft, da ortsansässig, unter der Woche das Dienstgebiet der Bereitschaften Esslingen und Stuttgart, d.h. die Teck, Schopflocher Alb  und das Neidlinger Tal.
Bis zur Gründung der Bereitschaft Urach erstreckte sich unser Dienstgebiet sogar bis zu den Wittlinger Felsen im Seeburger Tal.
Benötigte Rettungsgeräte und Material mussten aus dem Tal auf die Alb geschafft werden, was damals mangels Motorisierung nicht einfach war, deshalb wurde in Donnstetten eine geeignete Unterkunft gesucht. Unser erstes Domizil war eine ehemalige Schreinerei, danach wurde ein altes Haus angemietet und zuletzt landeten wir im gemeindeeigenen „Armenhaus“. Es war eine schwere Zeit. Da keine der vorher genannten Unterkünfte den Anforderungen gerecht werden konnte, entschlossen sich die Kameraden, den Bau einer Diensthütte ( Rettungsstation) in Donnstetten  in Angriff zu nehmen. Der geeignete Standort sollte möglichst nahe am Skigebiet sein. Nach langwierigen Verhandlungen mit den Vertretern der damaligen Gemeinde Donnstetten und gegen den Widerstand aus der Bevölkerung konnte ein Grundstück hinter dem Naturfreundehaus an der Böhringerstraße auf Erbpachtbasis erworben werden.