DRK Bergwacht Lenninger Tal
1990-1999
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1990 - 1999

1990, nach 10 Jahren Einsatz, musste ein neues Dienstfahrzeug beschafft werden. Im selben Jahr erhielt Dieter Beuttel die Verdienstmedaille der Bergwacht Württemberg für seine vielseitige Tätigkeiten in der Bereitschaft und seine  Mitwirkung als Stellvertreter in der Bergwacht-Landesleitung.

 
Während des  Golfkrieges 1991 waren von unserer Bereitschaft im Zuge der sogenannten „Kurdenhilfe“ die Kameraden Dieter Beuttel, Hans-Dieter Layh und Klaus Schmid in der Osttürkei, und dem angrenzenden Irak, im Einsatz. Die Aufgabe war die in das Hochgebirge geflüchteten Menschen zu versorgen. Medizinische Versorgung, Verteilung von Verpflegung und Trinkwasser und weitere Aufgaben verlangte von den Helfern viel Engagement rund um die Uhr. Nach diesem Einsatz kehrten Sie mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen zurück.

 
Das Landesjahrestreffen der Bergwacht Württemberg, das im selben Jahr in Lenningen stattfand, war Anlass für eine Auszeichnung der Kameraden für diesen Einsatz.

 

1992 erreichte unsere Jugendgruppe mit über 20 Mitgliedern ihren zahlenmäßigen Höchststand. Aktivitäten wie Klettern in Südfrankreich und Winterausfahrten ins Gebirge zeigten ihre Wirkung.                   

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1995 begann das IT-Zeitalter in unserer Bereitschaft. Die Umstellung lief auch bei uns nicht reibungslos und doch ist es zwischenzeitlich möglich, sich mittels neuer Medien über uns zu informieren.

1996 übergab Dieter Beuttel die Bereitschaftsleitung an Hans-Dieter Layh. Ein Generationenwechsel wurde vollzogen. Mit einem zünftigen Hüttenfest wurde 1996 das 30-jährige Hüttenjubiläum begangen.

 

1998 – ein weiteres Jubiläumsjahr. In der Schlossberghalle Gutenberg feierte die Bergwacht Lenninger Tal ihr 40 jähriges Jubiläum. Viele Gäste kamen, und Sie haben es sicherlich nicht bereut: Informationen, ein buntes Programm, Gespräche mit Freunden, Musik, Tanz und Unterhaltung bis spät in die Nacht bzw. früh am Morgen waren geboten.

Die Wendezeit und die Deutsche Einheit brachten auch für uns Veränderungen mit sich, es kamen zwei  Sachsen zu unserer Bereitschaft, man kann sagen, eine Bereicherung. Eine wunderschöne Ausfahrt ins Elbsandsteingebirge, von Dieter Beuttel organisiert, konnte nun ohne größere Probleme durchgeführt werden. 5 schöne Tage mit bleibenden Erinnerungen.

 

 

In den 70 -er Jahren wurden Volksläufe in Oberlenningen und Erkenbrechtsweiler sowie das Bergrennen in der Neuffener Steige betreut. Heute ist es der Silvesterlauf zur Teck und das Oldtimertreffen auf der Hahnweide, bei denen wir jeweils mit einer Rettungsmannschaft vertreten sind.

 

 

Unser Beitrag zum Naturschutz änderte sich im Laufe der Zeit: gehörte es in den früheren Jahren dazu, sonntags eine Naturschutzstreife durchzuführen, so unterstützen wir heute das Landratsamt bei Landschaftspflegemaßnahmen. Schon vor dem allgemeinen Trend, Markungsputzeten zu veranstalten,  sammelten wir tonnenweise Unrat bei Waldputzeten im Gemeindegebiet mit Unterstützung des Lenninger Bauhofs. Eine größere Aktion fand im vergangenen Jahr statt, wo wir mehrere Tage mit dem Entfernen des Efeus an der Burg Teck beschäftigt waren.

 

Die Winter wurden in den 80-er und 90-er Jahren immer schlechter, inzwischen hatten wir Winter, in denen nur an wenigen Tagen der Skibetrieb auf der Alb möglich war. Durch aufkommende Sportarten wie Gleitschirmfliegen, Drachenfliegen, Mountainbiking und das immer beliebter werdende Sportklettern wurden die Einsätze im Sommer zahlreicher. Die Bereitschaft wandelte sich langsam aber sicher von einer Winterbereitschaft zur Sommerbereitschaft mit zunehmender Spezialisierung und Zusatzausbildung für Höhenrettung.

 

Viele erfolgreich abgeschlossene Bergungen von verunfallten oder glücklicherweise nur „verirrten“ Gleitschirm- oder Drachenfliegern aus den Baumwipfeln führen zu dieser Veränderung. Manchmal bewegen sich die Retter in schwindelnder Höhe an gerade mal armdicken Ästen um die Piloten und das Fluggerät sicher zu bergen.

 

Die Versorgung abgestürzter Kletterer und Wanderer und deren Abtransport mit der Gebirgstrage durch das steile Gelände des Albtraufs,

 

oder bei schwer Verletzten, die technisch aufwändige aber schonende Rettung mittels Hubschrauber und Seilwinde erfordern einen hohen Ausbildungsstandard und die Leistungsfähigkeit unserer aktiven Kameraden. First –Responder-Einsätze oder Erstversorgungen bei Verkehrsunfällen im Dienstgebiet runden das Einsatzspektrum ab.

 

Übungen an Baukränen, Starkstrommasten, Gebäuden, sowie die Beteiligung an überregionalen Katastrophenschutzübungen sind wichtige Bausteine unserer Ausbildung. Gemeinsame Aktionen mit dem Bergrettungszug und anderen Organisationen wie Feuerwehr, Rettungshundestaffeln, THW, DRK-Rettungsdienst,  sind im Hinblick auf eine reibungslose Zusammenarbeit im Großschadensfall von grundlegender Bedeutung.  Durch die unkomplizierte Zusammenarbeit mit unseren Nachbarbereitschaften Stuttgart, Esslingen und Wiesensteig wird eine qualifizierte Rettung auch dann gewährleistet, wenn eine Bereitschaft schwach besetzt ist.

 
Rettungsübung am Neubau der Klinik Nürtingen.

 
Rettungsübung am Neubau der Klinik Nürtingen.
 

Die Übergabe mehrerer Verwaltungsaufgaben der Bergwacht Württemberg an die Kreisvereine hat  auch für uns Änderungen mit sich gebracht. So sind wir noch mehr an den Kreisverband Nürtingen-Kirchheim herangerückt.