1960 - 1969
1963 erhielten wir die Baugenehmigungsurkunde
für den Hüttenbau. Im Frühjahr 1964 war Spatenstich und einem
umgehenden Baubeginn stand nichts mehr im Weg. Harte und
arbeitsreiche Jahre lagen vor den Kameraden. Kamerad Heinz
Krautwasser, beruflich der Fachmann, übernahm die Bauleitung.
Felsiger Untergrund erschwerte die Aushubarbeiten und führte dazu,
dass mehrmals der Fels gesprengt werden musste. Mühevoll, alles in
Handarbeit, wurde die Baugrube ausgehoben. Hierbei ist noch zu
erwähnen, dass im Laufe der Zeit bei einigen Kameraden die Nerven
blank lagen, sie dem Stress nicht gewachsen waren und unserer
Gruppierung den Rücken kehrten. Dank dem Durchhaltevermögen des
harten Kerns und der Unterstützung durch Sponsoren, entstand
unser Schmuckstück. Besonders erwähnenswert aus der Reihe der
Förderer ist unser ehemaliger Bergkamerad und Ehrenmitglied,
Fabrikant Kurt Reich aus Nürtingen. Jeder Aktive spendete
zusätzlich noch 100 DM beim Kauf sogenannter Hüttenbausteine, was
zur damaligen Zeit für uns junge Burschen viel Geld war.
Nach viel zu kurzen Amtsperioden der Bereitschaftsleiter Joachim Fuhr, Uli Georgii und Gerhard Maier übernahm Kamerad Frieder Bauer im Herbst 1965 die neue, langjährige und nachhaltige Führung unserer Gruppe und konnte am 17.April 1966 die Hütte einweihen und als „Bergwacht Rettungsstation Donnstetten“ ihrer Bestimmung übergeben. Bei all diesen Aktivitäten wurde die Aus- und Fortbildung, sowie der Dienstbetrieb nicht vernachlässigt. Winterrettungsdienste auf der Alb, einwöchige Betreuungen auf dem Berghaus Schwaben bei Bolsterlang, Sommerrettung, Naturschutzdienst und Wanderfalkenschutz erforderte von den Aktiven viel Idealismus und Zeit. Besonders erwähnenswert ist, dass die Ausrüstung der Aktiven aus eigener Tasche bezahlt werden musste und, wenn überhaupt vorhanden, mit dem eigenen Motorroller, Moped oder Auto zum Dienst oder Einsatz gefahren werden musste. Leider müssen auch derzeit noch teilweise private Mittel für die Ausrüstung aufgebracht werden.
Ende der 60-er Jahre kam eine Reihe neuer junger Mitglieder hinzu, das Gesicht der Bereitschaft änderte sich merklich. Frieder Bauer gelang es damals, diese junge Truppe in die richtige Richtung zu lenken. Langanhaltende, schneereiche Winter und zunehmender Wintertourismus führte dazu, dass sich unsere Rettungseinsätze und Aktionen auf den Winter verlagerten. Man war fast eine Winterbereitschaft. Unsere Winterausbilder brachten den „Frischlingen“ die entsprechenden Rettungstechniken und das Skifahren in vorbildlicher Weise bei.
Im Jahre 1969 wurden die ersten Funkgeräte angeschafft, dies ermöglichte eine schnelle Kommunikation mit den Leitstellen und Einsatzkräften. Wenn man sich vorstellt, dass anfangs für unsere Feldtelefone kilometerweise Kabel verlegt werden musste, die manchmal auch mutwillig zerstört wurden, so war diese Anschaffung ein Fortschritt.
